Kaesu O'Hira: Fünf Führungsarten für diesen cleveren japanischen Crankbait
Hin und wieder kommt ein Kunstköder auf den Markt, der weit mehr kann, als einfach nur geradeaus zu schwimmen. Ein Köder, den du abstimmen, anpassen und je nach Gewässer und Situation auf fünf völlig unterschiedliche Arten führen kannst. Der Kaesu O'Hira ist genau so ein Crankbait. Er gehört zu den meistdiskutierten japanischen Hardbaits im Sortiment von Charlie's Fishing. Sobald du verstanden hast, wie das verstellbare Gewichtssystem funktioniert, wird er zu einem der vielseitigsten Hechtköder in deiner Köderbox.
In diesem Ratgeber erklären wir, was den Kaesu O'Hira so besonders macht, wie du ihn mit dem cleveren Reload Weight System in unterschiedlichen Wassertiefen fischen kannst, welche fünf Führungsarten wir am Wasser einsetzen und wie er sich in das restliche JDM-Sortiment von Kaesu einordnet.
Was ist der Kaesu O'Hira?
Der Kaesu O'Hira ist ein 165 mm langer japanischer Crankbait mit Gelenk, der für Hecht, Schwarzbarsch und andere Raubfische entwickelt wurde. Der schwimmende Hardbait ist für das Fischen mit mittelgroßen Big Baits ausgelegt. Sein hochrückiger und flacher Körper ist entscheidend für seine Aktion: Die Tauchschaufel erzeugt ein kräftiges, wobbelndes Laufverhalten, das viel Wasser verdrängt, ohne dass der Köder übermäßig um die eigene Achse rollt.
Dadurch entsteht eine natürliche Beutefisch-Silhouette, die Raubfische selbst in trübem Wasser oder dicht an Hindernissen gut wahrnehmen und verfolgen können. Genau deshalb ist der O'Hira eine starke Wahl zum Hechtangeln über Kraut, flachen Krautfeldern und anderen deckungsreichen Bereichen.
Je nach Einstellung wiegt der O'Hira ungefähr zwischen 40 und 50 Gramm. Dieses Gewicht ist nicht fest vorgegeben – und genau hier beginnt der clevere Teil des Systems.
Das Reload Weight System: ein Köder für viele Tiefen
Das Herzstück des Kaesu O'Hira ist das Reload Weight System. Im Inneren des Körpers befindet sich eine kleine Kammer, in die du unterschiedliche Gewichte oder Auftriebskugeln einsetzen kannst. Dadurch veränderst du, wie der Crankbait im Wasser steht und in welcher Tiefe er läuft.
Du kannst den O'Hira mit zwei schwimmenden Kugeln, einer schwimmenden Kugel, einem Tungstengewicht oder zwei Tungstengewichten fischen. Jede Kombination verändert die Lauftiefe und das Verhalten des Köders.
Das Besondere ist, dass der O'Hira unabhängig von der eingesetzten Kombination schwimmend bleibt. Mit den Tungstengewichten läuft er bei gleichmäßiger Köderführung tiefer und erreicht ungefähr 2,5 bis knapp 3 Meter. Mit den Auftriebskugeln bekommt er mehr Auftrieb und lässt sich flacher über Kraut und andere Hindernisse führen.
Sobald du den Köder stoppst, steigt er jedoch immer wieder zur Oberfläche auf. Um die Einstellung zu verändern, öffnest du einfach den Deckel, setzt die gewünschten Gewichte oder Schwimmkugeln ein und verschließt die Kammer wieder. So kannst du mit demselben Crankbait unterschiedliche Wassertiefen abdecken. Das durchdachte System macht aus einem einzigen Köder praktisch eine ganze Serie verschiedener Lauftiefen.
Fünf Führungsarten für den Kaesu O'Hira
Hier zeigt der O'Hira, warum er einen festen Platz in der Köderbox verdient. Wir fischen ihn auf fünf unterschiedliche Arten, wobei jede Köderführung für eine andere Situation am Wasser geeignet ist.
1. Gleichmäßig einkurbeln
Die einfachste Methode: auswerfen und den Köder mit gleichmäßigem Tempo einkurbeln. Über die eingesetzten Gewichte kannst du bestimmen, ob der O'Hira flach oder tief läuft.
Da der Crankbait schwimmend ist, eignet sich diese Führung besonders gut an Kanten und Abhängen. Kurble den Köder den Hang hinauf, lege eine Pause ein und lass ihn aufsteigen. Anschließend kurbelst du weiter. Dieses natürliche Aufsteigen ist bereits ein starker Bissreiz und führt direkt zur zweiten Technik.
2. Stop and Go
Kurble den O'Hira ein, stoppe und lass ihn aufsteigen. Kurble erneut, stoppe wieder und gib dem Köder Zeit, nach oben zu kommen. Die Kombination aus Pause und Aufsteigen erledigt einen großen Teil der Arbeit.
Viele Bisse kommen genau in dem Moment, in dem du den Köder stoppst. Deshalb ist Stop and Go eine der effektivsten Führungsarten für nachlaufende, vorsichtige oder zögernde Hechte und andere Raubfische.
3. Flache Führung mit hochgehaltener Rutenspitze
Halte die Rutenspitze hoch und kurble den Köder langsam ein. Dadurch läuft der O'Hira besonders flach und lässt sich sauber über Krautfelder, Wasserpflanzen und andere Hindernisse führen, ohne sich sofort festzusetzen.
Diese Köderführung ist ideal, wenn die Fische hoch im Wasser stehen oder sich direkt über dem Kraut aufhalten. Besonders beim flachen Hechtangeln kann diese Methode extrem effektiv sein.
4. Tiefes Cranken
Bei dieser Methode gehst du genau umgekehrt vor: Wirf den O'Hira aus, senke die Rutenspitze ab und kurble ihn gleichmäßig ein. Mit eingesetzten Tungstengewichten gräbt sich der Köder bis auf ungefähr 3 Meter Tiefe hinunter.
So bringst du den Crankbait direkt in die Bisszone nahe am Grund. Diese Führung eignet sich hervorragend für tiefere Flachbereiche, Fahrrinnenkanten, Abbruchkanten und andere Bereiche, in denen die Raubfische tiefer stehen.
5. Dead Walking
Die interessanteste Führungsart ist das sogenannte Dead Walking. Stell dir einen überhängenden Ast, einen Brückenpfeiler, einen umgestürzten Baum oder einen anderen markanten Spot vor, an dem ein Hecht oder anderer Raubfisch auf Beute lauert.
Wirf den O'Hira punktgenau an diesen Spot und gib ihm leichte Twitches über die Rutenspitze oder kleine Impulse über die Rolle. Dadurch arbeitet der Köder nahezu auf der Stelle, erzeugt aber trotzdem viel Bewegung und Druck im Wasser. So kannst du einen passiven oder misstrauischen Fisch lange reizen, ohne den Köder sofort aus der Bisszone herauszuführen.
Dank der speziellen Form des O'Hira-Schwanzes bewegt sich das Heck sogar weiter, wenn du den Köder stoppst und aufsteigen lässt. Dadurch wirkt der Crankbait selbst während der Pause niemals vollständig leblos.

Die Geschichte hinter Kaesu
Doch wer entwickelt einen derart durchdachten Kunstköder? Kaesu ist eine innovative japanische Marke, die von MIX Ltd. in Osaka entwickelt wird. Das Unternehmen wurde 2004 unter der Leitung von Makoto Yanagihara gegründet.
Was Kaesu besonders macht, ist die technische Fertigung. Das Unternehmen kombiniert Köderentwicklung mit modernen Verfahren wie Laserbearbeitung, Harzverarbeitung, Metallbearbeitung, 3D-Konstruktion und 5-Achs-Wasserstrahlschneiden.
Dieser technisch geprägte Ansatz ist der Grund, warum sich Kaesu-Köder deutlich von vielen klassischen europäischen Hardbaits unterscheiden. Jedes Modell wurde entwickelt, um einen ganz bestimmten Reiz oder eine spezielle Aktion ins Wasser zu bringen – nicht einfach nur, um eine weitere Lücke in der Köderbox zu füllen.
Bei Charlie's Fishing haben wir eine gezielte Kaesu-Kollektion dieser besonderen JDM-Köder zusammengestellt. Sie richtet sich an Raubfischangler, die bewusst anders und technischer fischen möchten. Neben dem O'Hira gibt es drei weitere Modelle, die du kennen solltest.
Weitere Köder aus dem Kaesu-Sortiment
Kaesu KRK 165 und KRK 205: die Big Baits
Der Kaesu KRK 165 und der größere Kaesu KRK 205 sind Big Baits, die deutlich mehr können, als nur geradeaus zu schwimmen.
Beide Modelle nutzen das Reload Weight System von Kaesu. Die verstellbare Auftriebsidee funktioniert ähnlich wie beim O'Hira. Dadurch kannst du die Köder von der Oberfläche bis in tiefere Wasserschichten fischen.
Je nach Führung kannst du die KRK-Modelle sliden, als Wakebait über die Oberfläche laufen lassen, dartend animieren oder in einer weiten S-Kurve schwimmen lassen. Sie eignen sich hervorragend für Krautkanten, flache Bereiche, Abbruchkanten und offenes Wasser.
Der KRK 165 mit 165 mm Länge und 49 bis 57 Gramm ist die kompaktere Wahl für stark befischte Gewässer. Der KRK 205 ist 205 mm lang, wiegt zwischen 86 und 98 Gramm und bietet ein deutlich größeres Profil mit echtem Topwater-Potenzial für große Hechte und kapitale Schwarzbarsche.
Kaesu RANKA: der Spinnerbait
Der Kaesu RANKA ist etwas völlig anderes. Dabei handelt es sich um einen kompakten und vielseitigen Spinnerbait mit verstellbarem Gewichtssystem und Kaesus Knocking Blade System.
Du kannst ihn als 3/8-oz-Spinnerbait fischen oder ihn mit dem mitgelieferten Tungstengewicht auf 1/2 oz umrüsten. Dadurch verändern sich Wurfweite, Einholgeschwindigkeit und Lauftiefe.
Aktivierst du das Knocking Blade System, kommt es zu unregelmäßigem Kontakt zwischen den Spinnerblättern und zu plötzlichen Geschwindigkeitsveränderungen. Das erzeugt einen starken Reaktionsreiz. Schaltest du das System aus, läuft der Spinnerbait ruhiger und sauberer. Das ist ideal zum langsamen Einkurbeln nahe am Grund oder zum Fischen durch Kraut.
Der Kaesu RANKA ist besonders stark an Krautkanten, Uferbereichen, in trübem Wasser und in mittleren Wasserschichten.
Ersatzteile für den Kaesu O'Hira
Ein schönes Detail ist, dass der O'Hira bereits mit Ersatzteilen geliefert wird. Der kleine Kunststoff-Schutz für den Schwanz sorgt dafür, dass das Tail im Tacklebox zwischen den Angeltouren in Form bleibt.
Wenn du später Ersatz benötigst, findest du bei Charlie's Fishing das komplette Sortiment an Kaesu-Ersatzteilen. Eine beschädigte Tauchschaufel, ein verlorenes Gewicht oder ein kaputter Schwanz bedeutet also nicht, dass du den gesamten Köder ersetzen musst:
• Kaesu O'Hira Spare Tails: Ersatzschwänze aus Elastomer, damit die lebendige Tail-Aktion erhalten bleibt.
• Kaesu O'Hira Spare Lips: Tausche eine beschädigte Tauchschaufel aus und stelle die ursprüngliche Wobble-Aktion wieder her.
• Kaesu Spare Weights and Cap: zusätzliche Tungstengewichte, Auftriebskugeln und ein Ersatzdeckel für das Reload Weight System.
• Kaesu KRK Joint Pads: Ersatzpads für die Gelenke der Kaesu KRK Big Baits.
Gerätetipps für den Kaesu O'Hira
Mit einem Gewicht von ungefähr 40 bis 50 Gramm gehört der O'Hira in die Kategorie Big Bait beziehungsweise Heavy Crankbait. Deshalb solltest du ihn mit einer passenden Baitcasting-Kombo fischen.
Eine Rute mit genügend Rückgrat und einem Wurfgewicht im Bereich von ungefähr 30 bis 100 Gramm ist eine gute Wahl. Kombiniere sie mit einer Baitcasterrolle, die über eine sauber arbeitende Bremse verfügt.
Geflochtene Hauptschnur bietet dir direkten Kontakt zum Köder und eine gute Bisserkennung. Beim Hechtangeln gehört außerdem immer ein stabiles Vorfach aus starkem Fluorocarbon oder Titan zwischen Hauptschnur und Crankbait.
Halte die Verbindung zum Köder möglichst kompakt, damit der O'Hira seine Wobble-Aktion frei entfalten kann. Passende Ruten und Rollen, Schnüre und Vorfächer sowie Kleinteile und Zubehör findest du bei Charlie's Fishing. Der O'Hira passt natürlich perfekt in unsere größere Auswahl an Hardbaits für Hecht.
Bereit, den O'Hira selbst auszuprobieren? Entdecke den Kaesu O'Hira und die komplette Kaesu-Kollektion bei Charlie's Fishing.

































































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